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ORCID

Die ORCID iD ist eine dauerhafte digitale Kennung, die eine*n Forscher*in eindeutig identifiziert und von allen anderen Forscher*innen unterscheidet. Die ORCID iD lässt sich mit akademischen Informationen und der eigenen Forschungsleistung verknüpfen – Affiliationen, Publikationen, Forschungsförderung, Forschungsprojekte, Peer-Review, Mitgliedschaften, Stipendien und mehr. Mittels der ORCID iD lassen sich Informationen mit anderen Systemen austauschen und so Autorität und Sichtbarkeit herstellen.

Die ORCID iD hat sich als internationaler De-facto-Standard eines persistenten Identifikators zur eindeutigen Identifizierung von Forscher*innen etabliert. Sie ermöglicht die genaue Zuordnung der individuellen Forschungsleistung durch Forschungseinrichtungen und Förderinstitutionen sowie seitens Verlagen und in Publikationssystemen. Zudem ist mittels einer ORCID iD die Unterscheidung einzelner Forscher*innen im Fall der Namensgleichheit mit anderen Personen, nach einer Namensänderung oder nach dem Wechsel der Einrichtung zuverlässig möglich. Im zugehörigen Profil, dem sogenannten ORCID Record, können Forscher*innen umfangreiche Angaben zu ihren Forschungsleistungen und akademischen Aktivitäten machen sowie andere akademische Profile und Webseiten verknüpfen. Die Registrierung und Nutzung einer ORCID iD ist kostenfrei und die Forscher:innen behalten die vollständige Kontrolle über die Daten.

Warum eine ORCID iD?

  1. Eindeutigkeit! Es gibt weltweit so viele Wissenschaftler:innen, das nicht jede*r allein anhand des Namens eindeutig identifizierbar ist. Dies kennen insbesondere diejenigen gut, deren Namen noch weitere Personen tragen oder die ihren Namen schonmal gewechselt haben. Und auch Computern fällt es schwer, Personen allein anhand des Namens zu unterscheiden, sodass Fehlzuordnungen in Datenbanken und anderen Systemen sehr häufig vorkommen und zu verschiedenen negativen Folgen führen. Eine ORCID iD schafft hier Abhilfe – für die Wissenschaftler*innen selbst ebenso wie für die vielen weiteren Akteure in der Wissenschaft.
  2. Zeitersparnisse! Importieren Sie Publikationsdaten aus der eigenen Literaturverwaltung und aus vielen verschiedenen Online-Quellen und lassen Sie neue Publikationen zukünftig bei Erscheinen automatisch hinzufügen. Auch können Angaben von Ihrer Einrichtung oder stellvertretend von einer anderen Person hinzugefügt und gepflegt werden, wenn Sie dies erlauben. Außerdem gibt es vermehrt Systeme, in denen bei Angabe der ORCID iD automatisch Angaben zu Ihnen übernommen werden können, wie bspw. bei Antragseinreichungen oder Profilseiten von Einrichtungen. Das ständige manuelle Eintragen von Publikationsdaten an verschiedenen Stellen kann so der Vergangenheit angehören – ganz nach ORCIDs Leitsatz „Enter once, reuse often!“.
  3. Anpassungsfähigkeit! Sie wechseln die Einrichtung oder ändern Ihren Namen? Für die ORCID iD ist das kein Problem. Da sie nicht an eine Einrichtung gebunden ist (wie bspw. eine Profilseite bei Ihrem Institut), nehmen Sie die ORCID iD auf Ihrem wissenschaftlichen Werdegang stets mit sich. Wechseln Sie an eine neue Einrichtung, können Sie Ihre neue Affiliation ebenso angeben wie Ihre vorherigen Jobs und Zugehörigkeiten. Auch ein Namenwechsel ist kein Problem, da Sie Ihren Namen ändern und vorherige Namen als wichtige Zusatzinformation mit angeben können – so sind auch die unter dem alten Namen getätigten Forschungsleistungen eindeutig zuordenbar.
  4. Sichtbarkeit! Erhöhen Sie Ihre Sichtbarkeit und Auffindbarkeit, indem Sie Ihre ORCID iD mit anderen Systemen und Datenbanken (u.a. Scopus, Web of Science / Publons, Gemeinsame Normdatei, DataCite, Crossref, PubMed) verbinden uns so eine Verknüpfung mit bestehenden Datensätzen, Profilen oder Identifikatoren herstellen. Ihre ORCID iD, die Sie mit Angaben zu akademischen Tätigkeiten und der eigenen Forschungsleistung versehen, können Sie auch wie eine ausführliche Visitenkarte oder ein Forschungsprofil nutzen, bspw. bei Antragstellungen und Bewerbungen.
  5. Datenkontrolle! Sie haben die volle Kontrolle darüber, welche Angaben Sie machen und wer diese Angaben sehen kann. Denn für jede Angaben können Sie einzeln einstellen, ob diese öffentlich, nur für die eigene Einrichtung oder nur für Sie selbst sichtbar sein soll. Lediglich Ihr Name ist immer sichtbar. Datenschutz und die Kontrolle über die eigenen Daten sind inhärente Prinzipien von ORCID. Die hinterlegten Daten werden von ORCID auch nicht verkauft oder für Werbemaßnahmen verwendet.

Nicht zuletzt hat es auch für wissenschaftliche Einrichtungen viele Vorteile, wenn Wissenschaftler*innen ORCID iDs nutzen. Die Angabe einer ORCID iD kann in den Systemen einer Einrichtung integriert werden, beispielsweise einem institutionellem Repositorium. Die Vorteile gehen aber weit darüber hinaus: So können Publikationsdaten aus ORCID-Datensätzen von Forscher*innen der Einrichtung aus einer von den Forscher*innen autorisierten Quelle importiert werden und müssen nicht mühselig manuell erfasst werden. Dies kann bei der Ermittlung von Publikationsmetriken von großem Wert sein. Zudem können Einrichtungen die Affiliationsangaben von Forschenden (nach deren Zustimmung) korrigieren oder ergänzen. Umfangreiche Angaben und die Verbindung der ORCID iD mit anderen Systemen und Datenbanken kann außerdem ganz nebenbei die Datenqualität erhöhen – was zum Beispiel den Bibliotheken einer Einrichtung helfen kann. Von all diesen Anwendungen und Nutzungen profitieren die Forscher*innen letztendlich wieder selbst.

Manchmal haben Wissenschaftler*innen irgendwann mal eine ORCID iD angelegt, diese dann aber nicht aktiv genutzt. Dies kann zum Beispiel im Rahmen einer Einreichung eines Artikels bei einer Zeitschrift, wo die Angabe einer ORCID iD verpflichtend war und diese allein deshalb registriert wurde, der Fall sein. Deshalb sollten Sie überprüfen, ob Sie bereits eine ORCID iD angelegt haben. Finden Sie nichts dazu, beispielsweise wenn Sie Ihren Namen bei ORCID eingeben oder in Ihrem Mailarchiv, dann überprüfen Sie Ihre früheren Publikationen (insbesondere Zeitschriftenartikeln) auf die Angabe einer ORCID iD. Besteht tatsächlich bereits eine ORCID iD, können Sie sich mit dieser anmelden (ggf. unter Zuhilfenahme der Passwort-vergessen-Funktion). Gibt es keine Hinweise auf eine bestehende ORCID iD, registrieren Sie eine neue ORCID iD. Die dabei eingegebenen Daten werden auf Dubletten geprüft, sodass Sie auch hier nochmals auf eine möglicherweise bereits bestehende ORCID iD stoßen können.

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Sie sollten auf jeden Fall nur eine ORCID iD nutzen. Haben Sie festgestellt, dass Sie zwei ORCID iDs haben, können Sie eine ORCID iD deaktivieren, sodass die Daten gelöscht werden und der Datensatz auf eine andere ORCID iD verweist. Dazu benötigen Sie Zugriff auf beide ORCID iDs. Sollten Sie feststellen, dass Sie eine weitere ORCID iD haben, dafür aber die Zugangsdaten nicht mehr haben, müssen Sie ORCID kontaktieren. Die Details erläutert der verlinkte Artikel des ORCID Supports.

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Ihre ORCID iD können Sie immer mit angeben, wenn Sie Ihre persönlichen Daten zusammenstellen, beispielsweise in Ihrem Lebenslauf, auf der persönlichen Webseite oder in Ihrer E-Mail-Signatur.

In verschiedenen Anwendungsszenarien kann die ORCID iD Prozesse vereinfachen und beschleunigen. So fragen bereits derzeit zahlreiche Verlage die ORCID iD bei der Manuskripteinreichung an. Wird der Verlag als Trusted Party angegeben, kann er aus Ihrem ORCID-Record die erforderlichen Informationen erhalten.

Der Datentransfer kann ebenso zwischen verschiedenen Systemen erfolgen, die ORCID implementiert haben, wie das Forschungsinformationssystem Ihrer Einrichtung oder Repositorien.

Auch Forschungsförderer oder Drittmittelgeber erfragen die ORCID iD bei der Einreichung von Anträgen oder Berichten, um den Verwaltungsaufwand zu verringern.

BerlinUP unterstützt die Verwendung der ORCID iD zur Autor*innenidentifikation. Die vier tragenden Einrichtungen von BerlinUP - Freie Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, Technische Universität Berlin und Charité Universitätsmedizin Berlin - sind jeweils Mitglied im ORCID Deutschland Konsortium, womit unter anderem eine Verifizierung und Kuratierung der ORCID Records von Forschenden ermöglicht wird..

Wir empfehlen allen Autor*innen bzw. Beiträger*innen von Veröffentlichungen in BerlinUP Journals und BerlinUP Books ihre ORCID iD anzugeben. Sollten Sie noch keine ORCID iD besitzen, empfehlen wir Ihnen sich für eine solche bei ORCID zu registrieren.

BerlinUP Books

Bereits im Book Proposal zur Veröffentlichung im BerlinUP Books werden die ORCID iDs der beteiligten Personen erfragt. Die ORCID iDs werden innerhalb der Titelei des veröffentlichten Buches angegeben und in den Metadaten mitgeführt.

Die Aufnahme der ORCID iD in die Metadatenschemata der Repositorien der beteiligten Einrichtungen ist in Vorbereitung.

BerlinUP Journals

Die Angabe einer ORCID iD von Autor*innen in BerlinUP Journals ist bereits optional über ein eigenes Metadatenfeld möglich. Die ORCID iD wird in diesem Fall in der Metadatenansicht von veröffentlichten Beiträgen angezeigt und mit dem entsprechenden ORCID Record verlinkt. Allerdings sind diese ORCID iDs noch nicht verifiziert.

Für die Zukunft sind weitere Funktionalitäten durch ein Plugin der Publikationssoftware Open Journals Systems in Planung, wofür eine erweiterte IT-Infrastruktur aufgebaut und kontinuierlich weiterentwickelt werden soll. Folgende zusätzliche Services streben wir an:

  • Verifizierung der ORCID iDs mit Zustimmung der Autor*innen
  • Übermittlung verifizierter ORCID iDs an die Deutsche Nationalbibliothek im Rahmen der Pflichtablieferung
  • Anreicherung von Autor*innenprofilen in BerlinUP Journals durch Import von ORCID Records
  • Export von Publikationsdaten aus BerlinUP Journals in ORCID Records

Links zum Thema

Die Bezeichnung ORCID wurde ursprünglich abgeleitet aus Open Researcher and Contributor ID. Allerdings soll diese Langform nicht mehr verwendet werden und ORCID als Eigenname stehen. Genau genommen bezeichnet ORCID die Organisation, ORCID iD die von dieser Organisation vergebenen Identifizierungsnummer, und ORCID Record den zur ORCID iD gehörenden Datensatz. Allerdings werden die Bezeichnungen in der Praxis meistens gleichbedeutend für die Identifizierungsnummer und den Datensatz samt ihrer Funktionen verwendet.

Links zum Thema

Hinter den ORCID iDs steht ORCID, eine nicht-profitorientierte Organisation, die aus der internationalen Wissenschaftsgemeinschaft etabliert wurde. Mehr als 1.200 Einrichtungen unterstützen ORCID durch eine Mitgliedschaft, darunter Universitäten und Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Forschungsförderinstitutionen, Verlage, wissenschaftliche Fachgesellschaften, staatliche Einrichtungen und kommerzielle Unternehmen. ORCID finanziert sich aus den Gebühren dieser Mitgliedseinrichtungen.