Springe direkt zu Inhalt

Qualitätssicherung

Die Standards und Durchführung der Qualitätssicherung für Monografien unterscheidet sich je nach Disziplin.

  • Es kann eine Begutachtung durch die Herausgeber*innen, auch Editorial Peer Review genannt, erfolgen. Diese Praxis ist eher in den Geistes- und Sozialwissenschaften üblich.
  • Peer Review: Die kritische und unabhängige Bewertung wissenschaftlicher Arbeiten von Fachkolleg:innen (Peers), die als Gutachter:innen fungieren, ist ein zentraler Bestandteil der Qualitätssicherung. Diese Praxis ist in den STM-Fächern etabliert, setzt sich aber mittlerweile auch in den Geistes- und Sozialwissenschaften durch. Die Bewertung durch meist zwei bis vier Gutachter:innen dient als Entscheidungsgrundlage, ob und welche Teile der Arbeit überarbeitet werden müssen und ob ein Manuskript abgelehnt oder akzeptiert wird.  Der Verlag, bzw. die Editor*innnen, koordinieren den Peer Review

Peer-Review

Es gibt verschiedene Formen des Peer-Review-Verfahrens: Single- und Double-Blind Peer Review (das Wort ‘Blind’ bezieht sich darauf, welche Beteiligten die Identität der anderen Peer-Review-Beteiligten nicht kennen) oder Open Peer Review

Die verbreitetste Form des Peer Review für Journal-Publikationen und Bücher ist das Single Blind Peer Review. Dabei sind die Identitäten der Autor:innen den Gutachter:innen bekannt, die Gutachter:innen bleiben gegenüber den Autor:innen aber anonym.

Beim Double Blind Peer Review bleiben Gutachter:innen und Autor:innen anonym. Theoretisch soll dadurch eine mögliche Voreingenommenheit der Gutachter:innen gegenüber den Autor:innen vermieden werden. In der Praxis hat sich allerdings gezeigt, dass Gutachter:innen oft die Identität der Autor:innen anhand der Referenzen erkennen.

Beim Open Peer Review wird die gesamte Korrespondenz von Gutachter:innen und Autor:innen veröffentlicht. Bei manchen Plattformen, die Open Peer Review betreiben, ist auch die Identität der Gutacher:innen öffentlich. Der Zugang zu den Peer-Review-Reports erlaubt dem Lesenden zu entscheiden, ob und wieviel Vertrauen dem Gutachten und dem Manuskript selbst geschenkt werden kann. Für das Open Peer Review, bei dem alle Beteiligten die Identitäten kennen, ist der Verlag als Instanz der Vermittlung zwischen Autor:innen und Gutachter:innen obsolet.

Es ist Wissenschaftler:innen durchaus bewusst, dass das Peer Review nicht mit Sicherheit alle Qualitätslücken einer Arbeit erkennt. Es kann vorkommen, dass Reviewer:innen nicht die adäquate Expertise aufweisen, nicht genug Zeit haben um das Manuskript gründlich zu prüfen oder einen Interessenkonflikt haben (z.B. wenn sie an demselben wissenschaftlichen Thema forschen und eigentlich in Wettbewerb mit den Autor:innen stehen), welcher ihre Neutralität und ihr Gutachten beeinflusst. Wissenschaftler:innen wissen, dass einerseits das Peer Review die Qualität von wissenschaftlichen Publikationen hebt, dass es andererseits aber kein perfektes Verfahren ist. Das Peer-Review-Verfahren basiert auf Vertrauen, dass Gutachter:innen fair, sachlich, unabhängig und zuverlässig in ihrer Beurteilung sind und Editor:innen auf eine mögliche Befangenheit selbst hinweisen. Trotz Schwächen hat sich das Peer-Review-Verfahren als zentrales Element der Qualitätssicherung bei wissenschaftlichen Publikationen etabliert und bewährt.